Körpermonochordbehandlung in der Psychosomatik - subjektives Erleben und psychophysiologische Parameter


Das Monochord ist ursprünglich ein in der Antike entwickeltes Musikinstrument bei dem durch gleichmäßiges Streichen über die Saiten ein monochromer Klangteppich mit deutlich wahrnehmbarem Hervortreten der einzelnen Obertöne entsteht. Beim Ganzkörpermonochord (Klangliege, Klangstuhl) werden die Vibrationen durch den direkten Körperkontakt mit dem Resonanzkasten übertragen und körperlich wahrgenommen. Die Behandlung mit dem Ganzkörpermonochord stellt somit ein körperzentriertes emotionsinduzierendes Therapieverfahren dar. Die Studie hat das Ziel die Wirkungen einer Ganzkörpermonochord-Behandlung bei psychosomatischen Patienten unserer Klinik zu untersuchen. Hierfür werden neben dem subjektiven Erleben, welches durch qualitative Interviews und Fragebogen erfasst wird, psychophysiologische Parameter wie EEG, Hautleitwert (EDA) sowie Speichel-Kortisol und Speichel-Oxytocin erhoben. Als Vergleichsbedingung hören die Patienten Entspannungsmusik von einer Audio-CD. Das EEG erfasst die elektrische Aktivität des Gehirns und erlaubt eine zeitliche Rekonstruktion der Abläufe beim Hören, Empfinden und den verschiedenen Aufmerksamkeits- und emotionalen Verarbeitungsprozessen im Gehirn. Der Hautleitwert ist ein Indikator für körperlich-seelische Anspannung und Entspannung. Speichel-Kortisol gilt als endokrinologischer Indikator für Stresserleben und das Neuropeptidhormon Oxytocin wird im Zusammenhang mit Gefühlen des Wohlbefindens und der Geborgenheit diskutiert.
Projektleitung:

Hubertus Sandler
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik CCM/CBF
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik CCM
Tel. 450-553713
Fax 450-553900
hubertus.sandler@charite.de
Laufzeit:

01/2011 - 12/2011
Fördereinrichtung:

Universitäre Forschungsförderung Charité
Publikationen:

Sandler H, Tamm S, Klapp B, Bösel R (2008) Das Ganzkörpermonochord: Wirkungen auf EEG und subjektives Erleben. Musik- Tanz- und Kunsttherapie 19, 110-120.