Bakterielle Translokation intestinal apathogener E. coli im Kolonmodell


Bakterielle Translokation spielt klinisch eine maßgebliche Rolle z.B. bei multiplem Organversagen, Sepsis, systemic inflammatory response syndrome, und wird im Zusammenhang mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen diskutiert. Einhergehend mit diesen klinischen Konditionen wurde eine Veränderung der Barriereeigenschaften des Mukosaepithels durch erhöhte parazelluläre Leitfähigkeit beschrieben. Entsprechende Messungen des transepithelialen elektrischen Widerstands sowie Fluxmessungen mit verschiedenen Makromolekülen demonstrierten die funktionelle Relevanz dieser Barriereveränderungen hinsichtlich eines möglichen Übertritts luminaler Bestandteile. Obwohl bakterielle Translokation im Tiermodell gut beschrieben ist, stehen etablierte Zellkulturmodelle kaum zur Verfügung. Daher sollen extraintestinal pathogene E. coli-Isolate auf Translokationseigenschaften im Epithelmodell getestet werden. Mögliche Durchtritte sollen fluoreszenzoptisch (konfokales Laser-Scanningmikroskop), funktionell (quantitative Translokation, elektrophysiologische Parameter) beschrieben und die molekularen Mechanismen aufgeklärt werden. Als Barrieremodell stehen die humanen Kolonkarzinomzellinien Caco-2 und HT-29/B6 zur Verfügung. Letztere eignet sich besonders aufgrund ihrer Zytokinresponsivität als Barrieremodell unter inflammatorischen Bedingungen.
Projektleitung:

Jan Richter
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Institut für Klinische Physiologie CBF
Laufzeit:

01/2005- 12/2005
Fördereinrichtung:

Universitäre Forschungsförderung Charité
Online-Informationen:

www.klinphysio.de
Publikationen:

Richter JF, Troeger H, Beutin H, Epple HJ, Florian P, Schulzke JD, Fromm M (2004) Bacterial translocation across colonic epithelial cells. Pflügers Arch. 447: S41, Clark EC, Patel SD, Chadwick PR, Warhurst G, Curry A, Carlson GL. Glutamine deprivation facilitates tumour necrosis factor induced bacterial translocation in Caco-2 cells by depletion of enterocyte fuel substrate. Gut. 2003 Feb;52(2):224-30